Bürgermeister-Blog

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Frühlingsgefühle (Blog 170419)

Geht es Ihnen auch so? Kaum werden die Tage länger, die Wiesen grüner und das Lüftchen aus Richtung Tauern lauer, bekomme ich den ultimativen energetischen Frühlingskick. Es ist ein Gefühl der Euphorie, das mich erfüllt, wenn ich auf meiner Laufrunde durch PölsOberkurzheim unterwegs bin. So wie beispielsweise vor 2 Wochen, als ich dann auch noch am Kirchweg einen kurzen Stopp einlegte, zwischen den Baukünetten flanierte, den Duft von frisch bearbeiteter Erde aufsog und mir schon jetzt die neue Siedlung vorstellte, die dort in nächster Zeit entstehen wird. Jetzt aber genug der frühlingshaften Kommunal-Romantik – zurück zu den Fakten. Energie können wir heuer gut gebrauchen, denn wir haben viel vor im Jahr 2019, das mittlerweile ja auch schon wieder 4 Monate alt ist, und im ersten Quartal vor allem viele Events und Veranstaltungen für uns parat hielt. Vom Eisstockturnier über einen grandiosen Fasching bis hin zum fulminanten Frühjahrskonzert unserer Werkskapelle, das die letzten Spuren einer allfällig vorhandenen Frühjahrsmüdigkeit musikalisch weggeblasen hat. Jetzt stehen wir aber an der Schwelle zur Bausaison, krempeln die Ärmel hoch, lassen die Bagger auffahren und setzen mit großer Leidenschaft das um, was in den letzten Monaten akribisch geplant und vorbereitet wurde. Wie zum Beispiel die Neugestaltung des Areals rund um das ehemalige Erharthaus, die unserem Ortsbild wieder einen „neuen Touch“ geben wird. Lange vorbereitet und gut durchdacht war auch die Allianz jener 5 Gemeinden, die sich dazu entschlossen haben, innovative Jungunternehmen, sogenannte „Startups“ über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus zu fördern. Auch wenn wir unseren eigenen Kirchturm lieben, ist es manchmal erforderlich, über ihn hinauszudenken und das Prinzip „Gemeinsam sind wir stark“ auf regionaler Ebene wirklich zu leben. Gemeinsamkeit prägt auch die Arbeit im Gemeinderat und das ist gut so. Sachbezogene Gemeindepolitik zum Wohle unserer BürgerInnen statt parteipolitischer Kleingeistigkeit – vielleicht ein Best-Practice-Beispiel für andere Ebenen der politischen Landschaft. Ich möchte mich an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang ganz bewusst auch bei Sabine Koiner bedanken, die diese Grundhaltung in ihrer knapp 14-jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit gelebt hat, ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt außerhalb des Gemeinderates wünschen und bin zuversichtlich, dass dieser Kurs auch mit dem neuen Team der ÖVP fortgesetzt werden kann. Den BesucherInnen unserer Website wünsche ich an dieser Stelle ein schönes und gesegnetes Osterfest sowie frühlingshafte ~good vibrations~ 

 

Rede
anlässlich der Gedenkfeier des Kameradschaftsbundes am 28.10.2017 Blog (281017)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Rede anlässlich der Gedenkfeier für die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege ist für mich jedes Jahr nicht nur eine Ehre, sondern auch die Herausforderung, die Erinnerung an die dunklen Kapitel der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts in den Kontext der Gegenwart zu stellen. Vielleicht auch mit einem mahnenden Impuls des Nachdenkens über unsere Zukunft zu versehen. Ich bin dankbar für diese Möglichkeit, dankbar auch dafür, dass unser Kameradschaftsbund die Tradition des Erinnerns und Mahnens pflegt und aufrechterhält.

Wohlstand & Demut
Der bekannte Künstler Helmut A. Ploschnitznigg hat heuer das „Jahr der Demut“ ausgerufen. Das klingt im ersten Moment pathetisch und überzogen, trifft aber einen ganz wesentlichen Nerv und gleichzeitig eine Schwachstelle unserer Wohlstandsgesellschaften im 3. Jahrtausend. Demut hat in diesem Verständnis nichts mit Selbstgeißelung oder Bigotterie zu tun – nein, es geht letztlich nur darum, unseren Wohlstand, die Segnungen des Sozialstaates, Frieden und Sicherheit wieder wertzuschätzen und ein bisschen gegen den gefährlichen Automatismus der Selbstverständlichkeit und des chronischen Jammerns auf hohem Niveau zu rebellieren. Es geht uns gut in Österreich - das können wir, 2 Tage nach dem Nationalfeiertag, mit Fug und Recht behaupten. Das kollektive Wohlergehen ist dabei nicht vom Himmel gefallen. Meine Generation und die nachfolgenden genießen heute noch zu einem großen Teil die Früchte der Arbeit der sogenannten Generation des Wiederaufbaus. Unser Auftrag ist es, dieses Level, dieses Niveau nicht nur in Zukunft zu erhalten, sondern es nach Möglichkeit auch zu öffnen, einer größeren Anzahl von Menschen, national und international zugänglich zu machen. Dieser Aspekt der Verteilungsgerechtigkeit erscheint mir dabei der einzige ernst zu nehmende Ansatz, die problematischen Phänomene Migration und Terrorismus an der Wurzel einer Entschärfung zuzuführen. Jammern und Einkapseln hilft dabei nicht – mit einer Prise Demut Dankbar dafür zu sein, wie es uns geht, kann aber eine gute Ausgangsbasis bilden.

Das gefährliche Spiel mit dem Feuer
Dennoch wird nach wie vor „gezündelt“, ein gefährliches Spiel mit dem Feuer und dem wohl höchsten Gut, dem Frieden, gespielt. Aktuell wieder einmal auf europäischer Ebene, in der EU, mit der EU, deren Wurzel immer noch das größte Friedensprojekt der Geschichte unseres Kontinents ist. Das wird schnell vergessen, wenn es beim Brexit um nationale und im Fall von Katalonien um regionale Interessen geht. Vergessen wird auch, dass die EU von ihrer Grundintention her eine Solidargemeinschaft ist, wo die Stärkeren den Schwächeren unter die Arme greifen und gerade damit Extremismus und Migration entgegengewirkt werden soll. Die Entwicklung in Spanien gemahnt zu besonderer Vorsicht und wir alle können nur hoffen, dass sich die politischen Akteure in Madrid und Barcelona ihrer Verantwortung am Rande eines Bürgerkriegszenarios mitten in Europa bewusst werden. Demut wäre hier, nicht zuletzt in Barcelona, einer wunderbaren, reichen, bunten und kosmopolitischen Metropole angesagt.

Die Schande
Ich wechsle den Schauplatz um einen Konfliktherd anzusprechen, der eine humanitäre Katastrophe und gleichzeitig eine Schande im 3. Jahrtausend darstellt. Die brutale Verfolgung und Vertreibung der Rohingyas in Myanmar. Es ist eine Schande des Wegschauens, die in erster Linie die Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Sun Kyi trifft, aber auch die internationale Staatengemeinschaft zu entschlossenerem Handeln bewegen sollte. Wegschauen ist gefährlich – auch das hat uns die Geschichte gelehrt.

Ausblick der Hoffnung
Aber das Lernen aus der Geschichte ist so eine Sache. Viele Lehrbeispiele im positiven Sinn findet man nicht, dennoch: Pessimismus ist auch keine Zukunftsoption. Wichtig ist die aktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, keine Verdrängung, kein Beschönigen, objektiv und wertneutral. In diesem Sinne kommt der Arbeit des Kameradschaftsbundes eine wichtige gesellschaftliche Rolle zu und der traditionellen Gedenkveranstaltung vor dem Kriegerdenkmal in PölsOberkurzheim im Sinne einer Plattform für Bewusstseinsbildung ebenso. Dafür sage ich Danke und wünsche Obmann Valentin Bauer und seinem Team viel Kraft und Erfolg für die Zukunft. Glück auf!

 

Gedanken zum Europatag 2017 (Blog 090517)

"Nun hatte ich zehn Jahre des neuen Jahrhunderts gelebt und nie habe ich unsere alte Erde mehr geliebt als in diesen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, nie mehr auf Europas Einigung gehofft, nie mehr an seine Zukunft geglaubt als in dieser Zeit, da wir meinten, eine neue Morgenröte zu erblicken. Aber es war in Wahrheit schon der Feuerschein des nahenden Weltenbrands." (Stefan Zweig)

Diese eindringlichen Zeilen des Denkers und Schriftstellers Stefan Zweig sollten uns vor allem am heutigen Europatag ermahnen, welch sensibles Gut die große Idee des Vereinten Europas ist. Es war und ist das größte Friedensprojekt der Geschichte, basierend auf einem Fundament der Gemeinsamkeiten auf kultureller und geistiger Ebene. Auch wenn im bürokratischen Konstrukt der Europäischen Union nicht immer alles rund und optimal läuft, die Idee ist nach wie vor dieselbe, und sie ist es wert, darum zu kämpfen. Europa darf nicht zum Spielball populistischer Politik werden, sondern muss uns allen ein ernstes und wahrhaftes Anliegen bleiben. Wir müssen das Gemeinsame vor das Trennende stellen und begreifen, dass der Friede in Europa keine Selbstverständlichkeit ist.  Nur dadurch können wir gewährleisten, dass am Horizont künftiger Generationen auch noch die Morgenröte dieses wunderbaren Kontinents auftaucht.

 

Liebe BesucherInnen unserer Website! (First Blog 2016)

Ich freue mich, dass mit der gegenständlichen neuen Website nach (zugegeben) längerer Wartezeit nun auch unser kommunaler Auftritt im World Wide Web (neben Facebook) komplettiert ist. Die Website soll einerseits als Informations- und Serviceplattform für unsere BürgerInnen dienen, andererseits all jenen, die unseren wunderbaren Ort noch nicht kennen, etwas über die Lebensqualitätsgemeinde PölsOberkurzheim erzählen. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle unserem Webdesigner Emanuel Hölzl (Webnologie) für das, wie ich meine, sehr gelungene Erscheinungsbild und die innovativen Tools, sowie unseren Praktikantinnen Anna Hölzl und Lisa Tatschl für die Unterstützung bei der redaktionellen Arbeit.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim "Stöbern" auf der neuen Website und freue mich auf Ihren regelmäßigen Besuch!

Herzlichst
Ihr Mag. Gernot Esser

 

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